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Deloitte Football Money League

14.01.2020

FC Barcelona erstmals an der Spitze, Bayern und Dortmund verteidigen ihre Plätze und Schalke klettert nach oben.

Die mittlerweile 23. Ausgabe der Football Money League von Deloitte wartet mit Superlativen auf: In der Saison 2018/19 hat mit dem FC Barcelona zum ersten Mal ein Club einen Gesamtumsatz (ohne Transfererlöse) von über 800 Millionen Euro erwirtschaftet. Insgesamt belaufen sich die Umsätze der 20 finanzstärksten Fußballclubs auf 9,3 Milliarden Euro – das ist nicht nur eine Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch ein neuer Rekord.

„Die Clubs der Football Money League sind auf gutem Weg in naher Zukunft die 10-Milliarden-Euro-Grenze zu durchbrechen“, sagt Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Wir haben allerdings beobachtet, dass sich innerhalb der Top 20 eigene Mini-Ligen bilden – so setzen sich beispielsweise die finanzstärksten Clubs immer weiter ab. Für einen Platz in den Top 7 mussten die Clubs in der Saison 2018/19 mehr als 600 Millionen Euro erwirtschaften – Neapel auf Platz 20 müsste seinen Umsatz also mindestens verdreifachen um finanziell vorne mitspielen zu können.“

An der Spitze sind die Zahlen noch beeindruckender: Auf Platz 1 landet erstmals in der Geschichte des Deloitte-Rankings der FC Barcelona mit einem Gesamtumsatz von 840,8 Millionen Euro und löst damit Vorjahreschampion Real Madrid mit 757,3 Millionen Euro ab. Manchester United verteidigt Platz 3 und durchbricht mit einem Gesamtumsatz von 711,5 Euro erstmals die 700-Millionen-Euro-Grenze.

„Die größte Erlösquelle waren auch in der Saison 2018/19 die Medienrechte, sie machten 44 Prozent der Gesamtumsätze aus“, erklärt Kim Lachmann, Senior Manager in der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Allerdings haben die einzelnen Clubs hier nur einen geringen direkten Einfluss. Der aktuelle Spitzenreiter Barcelona hat seinen finanziellen Erfolg einer Strategie zu verdanken, die auf mehr Eigenständigkeit setzt: Barca hat die Zugkraft der eigenen Marke erkannt und kümmert sich nun selbst um Merchandising und Lizenzierung statt wie bisher auf externe Anbieter zu setzen. Das verschaffte den Katalanen deutliche Zuwächse bei den kommerziellen Erlösen. In diesem Bereich punktet übrigens traditionell der FC Bayern.“

Die Münchner können mit einem Gesamtumsatz von 660,1 Millionen Euro nicht nur ein Umsatzplus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, sondern auch Platz 4 im Ranking zum vierten Mal in Folge verteidigen. Mit 54 Prozent machten die kommerziellen Erlöse erneut den Großteil des Umsatzes aus. Die Spieltagerlöse gingen dagegen leicht zurück (- 11 Prozent). Ein deutliches Plus gab es bei den Medienerlösen (+20 Prozent). Der Club profitierte nicht nur von den Medienrechten der Bundesliga, sondern auch von den gestiegenen UEFA-Ausschüttungen – obwohl für den FC Bayern in der UEFA Champions League 2018/19 bereits im Achtelfinale und damit früher als in der Vorjahressaison Schluss war.

Die Königsklasse spielt auch für die Zukunft der Bayern in der Football Money League eine wichtige Rolle: Zwar hat sich der Abstand zwischen Manchester United auf Platz 3 und den Münchnern in der Saison 2018/19 von 36,6 auf 51,4 Millionen Euro vergrößert, aber durch die verpasste Qualifikation fehlen dem englischen Rekordmeister in der aktuellen Saison wichtige Einnahmen aus der lukrativen Champions League. Bei einem guten Abschneiden des FC Bayern in der laufenden Champions-League-Saison, besteht für den Club die Möglichkeit nach fünf Jahren wieder in die Top 3 der Football Money League zurückzukehren.

 

Auch für den BVB war die Teilnahme in der Champions League 2018/19 ein entscheidender Wachstumstreiber. Von den insgesamt 59,9 Millionen Euro (19 Prozent) Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr gehen allein 45 Millionen auf UEFA-Zahlungen durch das Erreichen des Achtelfinales in der Champions League zurück. Mit einem Gesamtumsatz von 377,1 Millionen Euro konnten die Borussen bereits zum dritten Mal in Folge Platz 12 in der Football Money League verteidigen. Dank des 2020 in Kraft tretenden neuen Ausstatter-Deals mit Puma sowie einer Reihe von neuen Partnerschaften, hat der BVB auch in der kommenden Ausgabe des Umsatzrankings gute Chancen, seinen Platz zu behalten. Für einen Aufstieg wäre der Club auf eine gute Performance in der aktuellen Champions-League-Saison angewiesen.

FC Schalke 04: Die Gelsenkirchener haben mit einem Gesamtumsatz von 324,8 Millionen Euro den Sprung in die Top 15 geschafft. Hintergrund ist die Rückkehr des Clubs in die Champions League nach einer vierjährigen Abwesenheit. Die UEFA-Zahlungen aus Medienrechten sowie Steigerungen aus den Medienerlösen der Bundesliga spülten zusätzliche 70,1 Millionen Euro in die Clubkasse, insgesamt kommen die Knappen in diesem Bereich auf 161,1 Millionen Euro. Ohne Qualifikation für UEFA-Turniere in der Saison 2019/20 wird es schwierig für den FC Schalke 04, diese Platzierung in der Football Money League zu halten. Den Top 20 bleibt der Club aber voraussichtlich erhalten, denn die Königsblauen haben sich für die Saison 2019/20 mehrere neue oder ausgeweitete Partnerschaften und Sponsorings gesichert. Zusätzlich sorgt die langjährige Partnerschaft mit Gazprom für Stabilität. Die kommerziellen Erlöse, die über ein Drittel (110,1 Millionen Euro) des Umsatzes ausmachen, sind eine klare Stärke –Schalke erwirtschaftet hier etwa das Doppelte wie die Plätze 16 bis 20 in der Football Money League.

Merchandising als Säule des Marketings: Für die Bundesliga fast Tradition Medienerlöse und die UEFA-Ausschüttungen waren auch in der Saison 2018/19 für die meisten Teams im Ranking die wesentlichen Umsatztreiber. „Die Bundesligaclubs haben aktuell von dem neu in Kraft getretenen nationalen Medienrechtevertrag profitiert“, erklärt Stefan Ludwig. „Trotzdem sind die Medienerlöse hierzulande nicht so üppig wie beispielsweise in Spanien oder England. Die deutschen Clubs im Ranking sind traditionell stark bei den kommerziellen Erlösen und setzen schon lange auf Eigenständigkeit bei der Vermarktung der eigenen Marke – also genau auf die Strategie, die der FC Barcelona nun ebenso neu wie erfolgreich für sich entdeckt hat.“ „Ein stärkerer Fokus auf die Zugkraft der eigenen Marke, kann sich für die Clubs auszahlen“, bestätigt Kim Lachmann. „Das zeigen auch die Ergebnisse unserer aktuellen Analyse zum Thema Merchandising:

87 Prozent der von uns befragten Clubs erwarten im kommenden Jahr eine positive Umsatzentwicklung beim Merchandising. Bei den Käufern planen sogar 92 Prozent in den nächsten zwölf Monaten gleich viel oder mehr Geld für Fanartikel auszugeben.“

Zudem zeichnet es sich ab, dass der Frauenfußball bei den europäischen Topclubs eine zunehmend prominentere Rolle spielt. Dieser hat das Potenzial, neue Zielgruppen zu erschließen und andere Marketingziele zu unterstützen. „Der Frauenfußball bietet noch jede Menge Möglichkeiten für die Clubs. Die Entwicklung hier verspricht spannend zu werden – und kann sich auch über eine ganzheitliche Markenbildung früher oder später auf die eigene finanzielle Performance auswirken“, bilanziert Stefan Ludwig.

Quelle: deloitte.de


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